Schadet Rauchen auch den Augen?

Rauchen gefährdet die Gesundheit – das ist nichts Neues. Doch vielen ist nicht bewusst, dass Rauchen ebenfalls ein großer Stressfaktor für die Augen sein kann. Allein beim Rauchen einer einzigen Zigarette werden zwei Liter Rauch und ca. 40 krebserregende Substanzen freigesetzt. Neben bekannten negativen Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Atemwegserkrankungen, gibt es eine Vielzahl von Augenerkrankungen, die durch Rauchen begünstigt werden. Wir erläutern die Gefahren.

Beeinträchtigt Rauchen meine Sehfähigkeit?

Durch das Rauchen altern die Augen schneller. Dabei sorgt die Anreicherung von Kupfer, Blei und Cadmium für eine Trübung der Linsen. Auch der Tränenfilm wird geschädigt und Trockene Augen können entstehen. Die Gifte im Rauch schädigen die Nervenzellen der Netzhaut und sorgen für verdickte Gefäßwände und infolgedessen für eine eingeschränkte Durchblutung des Auges. Das wiederum sorgt für eine Unterversorgung der Augen mit Sauerstoff und Sehzellen können absterben. Die Giftstoffe hemmen außerdem die Jodaufnahme im Körper und begünstigen Schilddrüsenerkrankungen, bei denen die Augäpfel hervortreten können und die Gefahr für langfristig schwerwiegende Augenerkrankungen wie Grüner Star, Grauer Star, Sehnerv-Erkrankungen sowie eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD) sind erhöht. Doch auch Passiv-Rauchen kann Augenerkrankungen fördern. Eine Studie der Cambridge Universität zeigt, dass Passiv-Raucher ein erhöhtes AMD-Risiko aufweisen. Dabei ist die Gefahr für einen Passiv-Raucher schon nach 5 Jahren des Zusammenlebens mit einem Raucher doppelt so hoch wie bei jemandem ohne diesen Einfluss.

 

 

 

 

Bildschirmarbeiter

Durch konzentrierte und lange Bildschirmarbeit sowie die Heizungs- bzw. Klimaanlagenluft sind die Augen häufig gestresst und verstärkt gefährdet für Trockenheit. In Kombination mit dem Rauchen ist das eine besonders ungünstige Mehrfachbelastung für die Augen.

E-Zigaretten halten viele für eine gesündere Alternative. Doch auch der Dampf von E-Zigaretten greift die Augenoberfläche an, berichtet Dr. Christian Ohrloff, Mediensprecher der Stiftung Auge. Das verdampfte Nikotin habe ebenfalls einen negativen Effekt auf die Augengesundheit. Für die Augen mache es daher kaum einen Unterschied, ob jemand eine klassische Tabakzigarette oder eine elektrische Zigarette raucht.

Studie zeigt: Raucher sehen Farben schlechter

Nach einer Studie der Rutgers University in New Jersey, die sich mit den Auswirkungen des Rauchens auf die Sehkraft beschäftigt hat, können Raucher schlechter zwischen Farben unterscheiden als Nicht-Raucher. Im Detail wurde in der Studie untersucht, wie gut die Probanden zwischen Kontraststufen und Farben unterscheiden können, die ihnen auf einem Bildschirm gezeigt wurden. Dabei untersuchte das Team 134 gesunde Teilnehmer zwischen 25 und 45 Jahren mit unterschiedlichen Rauchgewohnheiten: 71 Teilnehmer gaben an, bisher weniger als 15 Zigaretten in ihrem Leben geraucht zu haben, 63 Probanden konsumierten hingegen mehr als 20 Zigaretten pro Tag.

Das Ergebnis war überraschend. Teilnehmer, die mehr als 20 Zigaretten täglich rauchten, wiesen starke Rot-Grün- und Blau-Gelb-Sehschwächen auf. Auch Kontraste und Farben konnten schwerer unterschieden werden. Diese Forschungsergebnisse bestätigen die Auswirkungen des Rauchens auf die Blutgefäße im Auge.

Gefahr nicht unterschätzen

Letztendlich ist die größte Gefahr des Rauchens für die Augen, dass die möglichen Folgeerkrankungen zumeist unbekannt und unterschätzt werden. Die Giftstoffe schädigen die Nervenzellen und schränken die Durchblutung ein. Die Gefahr für langfristige Augenerkrankungen wie die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) steigt stark. Hört man mit dem Rauchen auf, gibt man seinen Augen die Chance, sich langsam zu regenerieren. Nach etwa 10 Jahren ist z. B. das Risiko für die Entwicklung einer AMD wieder geringer. Es ist also nie zu spät, seinen Augen etwas Gutes zu tun!

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